Nächste Termine

Keine aktuellen Veranstaltungen.

Chronik 1980-1990 PDF

Neujahrsgrüße für Ministerpräsident Späth


Das Jahr 1980 begann gleich mit einem prominenten Auftritt. Im
Hetzel-Hotel, dem jetzigen „Hotel Vierjahreszeiten“, weilte unser
Ministerpräsident Späth mit seiner Familie zu einem Kurzurlaub. Der
musikalische Tross wurde angeführt von Bürgermeister Hermann Schlachter,
den Gemeinderäten und den Fremdenverkehrsausschussmitgliedern, um dem
prominenten Besuch die musikalischen Grüße zum Neuen Jahr zu
überbringen.
Vorstandschaft und Dirigent waren auch im Bereich der
Nachwuchsgewinnung und –ausbildung sehr engagiert. Durch öffentliche
Aufrufe und persönliche Ansprache wurden viele Zöglinge gewonnen. Die
massive Werbung hatte bei der Jugend Erfolg. Für die Grundausbildung der
Jungmusiker konnte Emil Lienert, der Dirigent der Stadtmusik Bonndorf und
hauptberuflicher Musiker, gewonnen werden. Die Kosten wurden durch das
Spendengeld des Musikfestes gedeckt. Zusätzlich erhielt der Nachwuchs
Parallelunterricht vom Dirigenten des Vereines und von Aktiven. Beispielhaft
seien hier die aktiven Musiker Peter Zimmermann, Klaus Urban und Karl
Dober genannt, die sich neben dem Dirigenten um die Jugendausbildung
annahmen. So war das vom Musikfest vorhandene Spendengeld
zwischenzeitlich von unserem Vorsitzenden gut angelegt worden.


Das Jahr 1980 bringt eine neue Vorstandschaft


Die Generalversammlung am 19. April 1980 brachte dann für den
Verein doch erhebliche personelle Veränderungen mit sich. Der 1. Vors. Otto
Zumkeller sah seine Aufgabe, den Verein gut über das 100-jährige Jubiläum
zu bringen und zusammen mit dem Dirigenten für einen guten Nachwuchs des
Vereines zu sorgen, als erfolgreich beendet an. Auch der 2. Vors. Peter
Zimmermann stellte sich nicht mehr zur Wahl.
Zum neuen 1. Vors. wurde der aktive Musiker Gerhard Bunse und zum
2. Vors. der ebenfalls aktive Musiker Rainer Booz gewählt. Die übrigen
Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt.
Wird das 1. Wunschkonzert ein Erfolg?
Gerhard Bunse ging mit Elan an seine Aufgabe und beauftragte mit
seinen Vorstandskollegen den Dirigenten, musikalisch ein Wunschkonzert für
den September des Jahres vorzubereiten. Diese Idee war ein Volltreffer. Zu
dem am 6. September in der Schluchseehalle anberaumten 1. Wunschkonzert erschienen nicht weniger als 700 Zuhörer. Mehr hatten in der Halle auch nicht
Platz. Es blieb der Bevölkerung der Aufschwung im Verein nicht verborgen.
Das Konzert erfüllte alle Erwartungen. Publikum, Dirigent und Aktive
waren sehr zufrieden und waren sich einig, dass so etwas wiederholt werden
sollte. Durch das Programm führte der aktive Musiker Karl Dober. Nach dem
Konzert spielte das befreundete Hochfirst-Echo zum Tanz auf.
Am 7. Dezember 1980 spielte die Trachtenkapelle zum ersten Mal in
der neu erstellten St. Nikolauskirche. Der offizielle Einweihungstermin sollte
jedoch erst später sein.
Der neue Vorsitzender mit seinen Vorstandskollegen ließ die
Kameradschaft nicht zu kurz kommen und ludt die Aktiven im Mai 1981 zu
einem 3-Tagesausflug an den Luganer See ein.
Tenorhornist Egon Hilpert erhielt am 14. Nov. 1981 eine seltene
Ehrung, und zwar wurde er mit dem goldenen Ehrenzeichen für 50jähriges
aktives Musizieren vom Blasmusikverband Hochschwarzwald ausgezeichnet.
Der Musikverein stellt sich beispielhaft für die Dorfgemeinschaft
zur Verfügung
Am 26. Juni 1981 fand zu Gunsten der Finanzierung der Orgel der
neuen Kirche auf Initiative der Trachtenkapelle zusammen mit dem
Männergesangverein und der Volkstanzgruppe des örtlichen
Schwarzwaldvereines ein Heimatabend in der Schluchseehalle statt. Walter
Fuß führte durch das Programm. Die Halle war voll. Akteure und Besucher
hatten an diesem Abend ihre Freude.
Einen neuen Akzent setzte Jungmusiker Peter Killig, der den
Männergesangverein unter Leitung seines Vaters Franz Killig bei dem Stück „
Es blies ein Jäger wohl in sein Horn“ mit seiner Trompete begleitete. So
waren die Jungmusiker des Vereines immer öfter zu sehen. Diese
Veranstaltung zeigte, dass es in einer Dorfgemeinschaft noch Werte gibt, die
über das private Interesse des Einzelnen gestellt werden.
Das ereignisreiche Jahr 1982
Das Jahr 1982 sollte für die Trachtenkapelle sehr ereignisreich sein.
Am 23. April fand im Gasthaus Schwörer die Generalversammlung statt. Die
Vorstandschaft blieb komplett im Amt, befand sich der Verein doch in einer
seiner besten Zeiten. Es konnte geerntet werden. Die Jugendausbildung trug Früchte.
Viele Jungmusiker wurden in die aktiven Reihen aufgenommen, so
dass in der Generalversammlung Vorsitzender G. Bunse stolz von 46 aktiven
Musikern und 21 Zöglingen berichten konnte. Es wurde das Ziel verkündet,
eine Jugendkapelle zu gründen. Leider verstarb Dirigent Emil Lienert von der
Stadtmusik Bonndorf, der eine gute Grundausbildung für die Zöglinge des
Musikvereins gewährleistete. Diese musste dann sehr zeitaufwendig mit der
Jugendmusikschule neu organisiert werden. Eine weiterführende Ausbildung
der Zöglinge erfolgte durch Dirigent Steinert und die aktiven Musiker Peter
Zimmermann und schon auch durch Peter Killig, Uwe Faller und Rudolf Isele.
Die Jugendausbildung und der Aufschwung des Vereines waren somit ein
gemeinsames Werk. Der Dirigent war sogar mit dem Probenbesuch zufrieden,
da 23 Musiker für einen überdurchschnittlich guten Probenbesuch geehrt
werden konnten.

Zwei verdiente Musiker werden zu Ehrenmigliedern ernannt
In dieser Versammlung wurden der ehemalige aktive Musiker und
seinerzeitige Bürgermeister Hermann Schlachter, sowie der ehemalige Aktive
Josef Leberer zu Ehrenmitgliedern ernannt. Beide waren lt. Protokoll 29 Jahre
aktiv, haben sich für den Verein zusätzlich stark engagiert und immer
vorbildlich dessen Interessen gewahrt.
Die Trachtenkapelle begrüßt die Elite-Kicker der Nation
Am 2. Juni 1982 durfte der Verein wieder einmal prominenten Gästen
aufspielen. Im Hetzel-Hotel (jetzt Hotel Vierjahreszeiten) weilte für eine
Woche die Fußballnationalmannschaft. Diese wollte sich im
Hochschwarzwald für die anstehende Weltmeisterschaft in Spanien
vorbereiten. Die musikalische Begrüßung der Elite-Fußballer war
insbesondere für die Jungmusiker natürlich ein Riesenerlebnis. Waren doch
die Kickerstars nun einmal – wenn auch nur kurz – hautnah zu erleben. Die
Fußballspieler K-H. Rummenigge, Breitner, Hrubesch, Stielecke, Kaltz,
Müller & Co mit Trainer Jupp Derwall wurden empfangen, als ob sie bereits
Weltmeister wären. Begrüßt wurden sie mit dem Marsch „Wem Gott will
rechte Gunst erweisen“. Sie erinnern sich: Der sportliche Erfolg mit der
Vizeweltmeisterschaft wurde erreicht, leider wenig ruhmreich.
Am 25. Juli unterhielt die Trachtenkapelle Schluchsee mit großem
Erfolg die Gäste des benachbarten Musikvereines Blasiwald mit einem
Frühschoppenkonzert im Festzelt zum 50jährigen Jubiläum.
Selbstverständlich nahm man am Nachmittag auch am Jubiläumsfestumzug
teil.

Das 2. Wunschkonzert


Ein Höhepunkt war das am 11. September 1982 zum 2. Mal
durchgeführte Wunschkonzert. Bedingt durch den Erfolg vor zwei Jahren, war
die Werbung für die Veranstaltung viel leichter. Der seinerzeitige Erfolg war
Werbung genug, außerdem befand sich die Trachtenkapelle durch die
Aufnahme der ausgebildeten Jungmusiker in die aktiven Reihen in bestem
Zustand. Auf der obigen Postkartenaufnahme, die bei Auftritten des Vereines
zu Gunsten der Jugendausbildung verkauft wurde, zeigt sich der Verein mit
Stolz.
Die Schluchseehalle war erneut gefüllt. Unter 30 Musikstücken
konnten sich die Zuhörer schon vorher ihr Programm zusammenstellen.Voller
Genugtuung stellte der Vorsitzende die Entwicklung der Trachtenkapelle dar,
die sich auf der Bühne mit 42 von 45 Aktiven präsentierte. Der musikalische
Erfolg war beeindruckend. Das Publikum war begeistert. Der Dirigent war
auch sehr zufrieden, hätte jedoch den Erfolg gerne weniger mühevoll erreicht.



 

Einweihung der kath. Kirche St. Nikolaus
Ein Höhepunkt im kirchlichen Leben der Gemeinde war der 26.
September 1982. War es doch endlich soweit, dass der Weihbischof die neue
Kirche einweihen konnte. Die Trachtenkapelle Schluchsee, die Feuerwehr und
Vereinsabordnungen holten die kirchlichen und weltlichen Würdenträger mit
Pauken und Trompeten am Ortseingang der Fischbacher Straße ab und
geleiteten sie in die kath. Kirche. Selbstverständlich umrahmte die
Trachtenkapelle den Festgottesdienst und gab anschließend noch ein
Standkonzert vor der Kirche.

Die Trachtenkapelle und die Kirche

Beispielhaft sollen auch einmal die kirchlichen Anlässe angeführt
werden, an welchen die Trachtenkapelle seit Jahrzehnten alljährlich mitwirkt.
Der kirchliche Kreis beginnt im Regelfall mit der Mitwirkung beim
Gottesdienst am Weißen Sonntag. Die Kinder werden zur kath. Kirche
gebracht und abgeholt. Von Fall zu Fall wird auch die Konfirmation in der ev.
Petruskirche musikalisch umrahmt. Spätestens an Fronleichnam dürfen die
Aktiven wieder zum Gottesdienst in die kath. Kirche. Musikalisch umrahmt
wird dieser üblicherweise im Musikpavillon „Auf der Wacht“. Anschließend
werden die Prozessionsteilnehmer unter musikalischen Klängen zur Kirche
zurückbegleitet. Vor diesem kirchlichen Anlass haben die Aktiven
noch einen geselligen Teil zu absolvieren. Frühmorgens um 6.00
Uhr trifft man sich auf dem Scheibenfelsen zum traditionellen
Wecken mit Böllerschießen und Musik. Nächste Station ist das
Anwesen der früheren Hebamme Amalie Zipfel und des ehemaligen
Aktiven Richard Zipfel. Dort wird musiziert und geistige Nahrung
eingenommen. Anschließend geht es zum Frühstück in das Strandcafe und
daraufhin zur Bootsrundfahrt mit Kapitän Eugen Isele (einem Sangesfreund)
und musikalischen Klängen auf dem Rundfahrboot. Oft hatte dieser gesellige
Beginn des Fronleichnamstages auch schon seine Auswirkungen auf die
musikalischen Leistungen. Geistige Mächte (nicht jedoch himmlische)
beeinträchtigten manches Mal die Konzentration der Musiker

Die Trachtenkapelle wirkt ferner mit beim Pfarrfest im August.Weitere
traditionelle kirchliche Anlässe sind die Mitwirkung auf dem Friedhof an
Allerheiligen , der gemeinsame Kirchgang der Vereine am Volkstrauertrag
und am Nikolaustag mit musikalischer Umrahmung der kirchlichen Feiern.
An Weihnachten stimmt die Trachtenkapelle vor der Christmette die
Kirchenbesucher weihnachtlich ein und verschönt anschließend die Messe mit
traditionellen Weihnachtsliedern.

Bundespräsident Dr. Carl Carstens in Schluchsee

Eine nicht ganz so erfreuliche Nachricht erhielt der Vorsitzende des
Vereines Ende September vom Dirigenten. Helmut Steinert sah seine Aufgabe
als Dirigent mit dem erfolgten musikalischen Aufbau des Vereines als
abgeschlossen an und gab seinen Rücktritt bekannt. Sein letztes Konzert war
ein erneuter Höhepunkt für die Aktiven des Vereines und die gesamte
Gemeinde. Kein Geringerer als der Bundespräsident der Bundesrepublik
Deutschland, Dr. Carl Carstens, machte auf seiner Schwarzwaldwanderung
beim Kurkonzert des Vereines im Naturpark „Auf der Wacht“ halt. Viele
Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Wirtschaftsminister Dr. Eberle,
Landrat Dr. Schill, Bürgermeister Hermann Schlachter und andere gaben sich
die Ehre. Mit diesem Höhepunkt im örtlichen Leben legte Dirigent Helmut
Steinert die Dirigententätigkeit ohne Sorge nieder, denn mit dem bewährten
Musikerkameraden Peter Zimmermann stand bereits der Nachfolger fest.

Baritonist Peter Zimmermann der neue Dirigent

Mit dem erfahrenen langjährigen aktiven Musiker und früheren 1.
Vorsitzenden Peter Zimmermann als Dirigent ging das musikalische
Vereinsleben reibungslos weiter.
Dirigent Zimmermann wurde gleich mit einer großen Herausforderung
und schweren Aufgabe betraut. Mit dem Blasmusikverband wurde die
Durchführung eines Gruppenkonzertes vereinbart. Das Konzert fand im April
1983 in der Festhalle Lenzkirch statt. Weitere Teilnehmer waren die
Stadtmusik Lenzkirch, der Musikverein Kappel und der Musikverein Saig.
Die Qualität und das Niveau des Konzertes waren beeindruckend.


Eine Selbstverständlichkeit für die Schluchseer Musiker war ein großes
Engagement beim 100jährigen Jubiläum der Freiw. Feuerwehr Schluchsee.
Wurde doch der Musikverein nach dem Ende des 1. Weltkrieges wieder aus
den Reihen der Feuerwehr heraus gegründet. Trachtenkapelle und
Männergesangverein gestalteten das Programm beim Festbankett am 9. Juli
1983 in der Schluchseehalle mit erlesenen Stücken. Natürlich waren die
Musiker auch beim übrigen Festprogramm am folgenden Wochenende stark
engagiert. Die Teilnahme am Heimatabend und am Festumzug war
selbstverständliche Pflicht. Der Festumzug war einzigartig, da damit auch die
900Jahrfeier des Bestehens der Gemeinde Schluchsee verbunden wurde. Der
Kurort war bunt geschmückt. An vielen Gebäuden hing die blau-weiße Fahne
der Gemeinde. Girlanden u.a.m. machten das festliche Bild noch lebhafter.
Der Festumzug wurde bereichert durch viele historische Wagen und Gruppen.
Das Jubiläum war das Fest einer funktionierenden Dorfgemeinschaft.
Bei der Hauptversammlung des Blasmusikverbandes Hochschwarzwald am 5. Nov.
1983 in Göschweiler wurden Dirigent Peter Zimmermann, der ehem. Dirigent und wieder
aktive Tenorhornist Helmut Steinert und der Trompeter Richard Zipfel für 25 Jahre
aktives Musizieren mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Ein herausragendes
Konzert mit einem Querschnitt durch das umfangreiche Repertoire der Trachtenkapelle
gab der Dirigent mit seinen Aktiven


Dirigent Peter Zimmermann
am 2. Weihnachtstag in der gefüllten und von den Musikerfrauen festlich
geschmückten Schluchseehalle. Einen wichtigen Akzent setzte an diesem
Abend die Vorstellung des Nachwuchses. Nicht nur die aktive Kapelle,
sondern auch der Nachwuchs begeisterte das Publikum.

Ministerpräsident Späth erneut in Schluchsee

Das Jahr 1984 begann gleich mit einem Paukenschlag. Kein Geringerer
als der Ministerpräsident das Landes Baden-Württemberg gab der Gemeinde
erneut die Ehre und verbrachte mit seiner Familie über den Jahresbeginn einen
Kurzurlaub im Hetzel-Hotel (jetzt Hotel Vierjahreszeiten).
Am 18. März 1984 ging es auf Einladung eines schweizer
Musikfreundes in die benachbarte Schweiz, nach Romanshorn. Gut verpflegt
und mit einer großzügigen finanziellen Spende kehrten die Aktiven wieder
zurück. Kurz darauf ging es wieder ins Ausland. Vorsitzender Bunse fuhr mit
seinen Aktiven für drei Tage (30.3.-1.4.1984) nach Paris. Eine Lichterfahrt auf
der Seine, eine Stadtrundfahrt, der Besuch des Eiffelturmes, von Schloss
Versailles u.a.m. sind den seinerzeit Aktiven bis heute noch in angenehmer
Erinnerung.


Die Trachtenkapelle, die Gemeinde und die Feuerwehr

Der Sommer 1984 war selbstverständlich ausgefüllt mit einer Vielzahl
von Kurkonzerten. Dies war der gern geleistete Tribut der Aktiven an den
Kurort mit dem Nebeneffekt gesicherter Einnahmen für die Vereinskasse.
Diese Mitwirkung beim Veranstaltungsprogramm der Kurverwaltung war
auch ein Dank des Vereines an die Gemeinde, die den Verein schon über
Jahrzehnte gut unterstützt.
Der Musikverein Trachtenkapelle Schluchsee hat schon seit Beginn des
vergangenen Jahrhunderts eine besonders enge Beziehung zur Gemeinde. War
die Trachtenkapelle doch in den Jahren 1902 bis 1923 der
Gemeindeinrichtung „Feuerwehr“ angegliedert. Aus jener besonderen
Verbindung heraus war es über viele Jahrzehnte auch üblich, dass die Musik
bei den Anlässen der Feuerwehr Schluchsee musizierte. Die Musiker
umrahmten die Generalversammlungen der Feuerwehr und begleiteten die
Feuerwehrkameraden zu vielen Feuerwehrfesten.
Die besondere Nähe zur Gemeinde entwickelte sich schon früh durch
das starke Engagement für den Kurbetrieb der Gemeinde. Diese Nähe ergab
sich schon allein dadurch, als dass über längere Zeiträume Mitarbeiter der
Gemeinde dem Verein musikalisch vorstanden oder sogar der Bürgermeister
selbst Vorsizender des Vereines war. Die Gemeinde schätzt ihre Musik und
ihren Einsatz. So werden Instrumente und Uniformen oder Trachten seit
Jahrzehnten von der Gemeinde beschafft.
Als Ausgleich stellen sich die Musiker zur Unterhaltung der Gäste und
zur musikalischen Umrahmung offizieller gemeindlicher Anlässe zur
Verfügung. So wurden schon vor dem 2. Weltkrieg regelmäßig Konzerte für
die Kurgäste gegeben. Diese Übung setzte sich auch nach dem 2. Weltkrieg
fort. Oft waren und sind die Musiker zusätzlich zu den Proben zweimal
während der Woche für den Kurbetrieb der Gemeinde unter Zurückstellung
eigener Interessen, aber doch auch zur eigenen Freude am Musizieren im
Einsatz. Es war und ist aber auch selbstverständlich, dass die Musiker nahezu
bei allen gemeindlichen und kirchlichen Anlässen in der Gemeinde mitwirken
soweit dies erforderlich ist und gewünscht wird. Damit ist das finanzielle
Engagement der Gemeinde gut begründet. Durch das starke Engagement im
kurörtlichen Leben muss die Trachtenkapelle die Mitwirkung an
Wertungsspielen vernachlässigen.

Das 3. Wunschkonzert

Am 15. Sept. 1984 ludt der Verein wieder zu seinem Wunschkonzert in
die Schluchseehalle. Die gefüllte Halle war von den Musikerfrauen wieder
freundlich geschmückt. Von den örtlichen Geschäften gestiftete Preise wurden
verlost.
Der musikalische Auftritt der Trachtenkapelle war erneut überzeugend.
Genauso stürmischen Applaus erhielten die Zöglinge des Vereines bei ihrem
Auftritt. Der Abend klang aus mit Tanzmusik von den Blue boys, die sich
überwiegend aus Aktiven des Vereins rekrutierten.
Einige Tage nach dem Wunschkonzert erhielt der Verein wieder einmal
eine unerfreuliche Nachricht. Dirigent Peter Zimmermann gab bekannt, dass
er zum Saisonschluss die musikalische Leitung abgeben werde und wieder in
die aktiven Reihen zurückkehren möchte.
Franz Gromann aus Göschweiler wird am 1. Okt. 1984 Dirigent
Die Dirigentensuche des Vereines führte Franz Gromann nach
Schluchsee. Ein erfahrener Musiker aus Göschweiler und Dirigent des
dortigen Kirchenchores wurde engagiert. Franz Gromann trat sein Amt am 1.
Okt. 1984 an. Damit wurde nach nahezu einhundert Jahren wieder einmal ein
nicht in der Gemeinde wohnender Dirigent mit der Aufgabe betraut.
Der Dirigentenwechsel verlief glücklichweise erneut ohne Probleme.
Die aktiven Musiker zogen mit und unterstützten den Dirigenten. Das
Engagement von Franz Gromann und dessen Verpflichtungen in Göschweiler
erforderten jedoch ein stärkeres Engagement von Vizedirigent Klaus Urban.
Einen ersten Höhepunkt hatte Dirigent Gromann bei der Einweihung
des neuen Kurhauses in Schluchsee am 30. März 1985 abzuleisten. Das neue
Kurhaus Schluchsee, ortsbildprägend und neuer Mittelpunkt des örtlichen
gesellschaftlichen Lebens, regte Gesangverein, Kirchenchor und Musikverein
zu einem einzigartigen gemeinsamen Auftritt an.

Die Vereine führten miteinander den Freiheitschor aus Nabucco von G.
Verdi auf. Viele Proben gaben Gewähr für ein einmaliges musikalisches
Erlebnis. Die Besucher jener Veranstaltung sehen sicher jetzt noch das
festliche Bild der drei Vereine auf der Bühne des Kursaales vor sich. Dirigent
Gromann zeigte, was unter seiner Leitung möglich ist, wenn alle Aktiven
mitziehen.

Die örtlichen Veranstaltungen wurden auch mit dem neuen Dirigenten
zur Zufriedenheit aller abgeleistet. Bei der Jahreshauptversammung
des Blasmusikverbandes am 9. Nov. 1985 wurde der verdiente aktive
Musiker und langjährige Schriftführer Karl Dober für seine 40jährige aktive
Tätigkeit mit dem goldenen Ehrenzeichen geehrt. Anzumerken ist
hierbei, dass Karl Dober durch erschöpfende Protokollierung der
Vereinsaktivitäten von 1960 bis 1989 als Schriftführer besonders wertvolle
Arbeit auch für den Chronisten leistete.


Dirigent Franz Gromann

Am 19. Jan. 1986 hatte die Narrenzunft ein besonderes Ereignis zu
feiern. In Schluchsee fand das Vogteitreffen mit Narrenumzug statt. Natürlich
wurde die Narrenzunft von der Trachtenkapelle musikalisch unterstützt, wo
doch die gemeinsamen Aktivitäten in der Fastnachtszeit beide Vereine stark
verbinden.

Generalversammlung am 21. März 1986: Vorsitzender Gerhard
Bunse gibt das Amt ab.

Vorsitzender Bunse gab einen Überblick über die Entwicklung des
Vereines während seiner 6 Amtsjahre und bat, ihn vom Amt des Vorsitzenden
freizustellen. Gerhard Bunse konnte auf eine sehr erfolgreiche, aber auch
schwierige Zeit mit zwei Dirigentenwechseln zurückblicken. Einen
besonderen Dank erhielt in dieser Sitzung Vizedirigent Klaus Urban, der sich
verstärkt neben der Jugendmusikschule der Jugendausbildung annahm, da der
auswärtige Dirigent die Aufgabe nicht übernehmen konnte.
In der gleichen Sitzung erhielt der Flügelhornist Fritz Mahler vom
stellv. Vorsitzenden des Blasmusikverbandes Franz Boll für 50 Jahre aktives
Musizieren die große goldene Ehrennadel. Ein verdienter Musiker. Ein
Beispiel an Zuverlässigkeit, Musikalität und Vereinsloyalität. 16 Jahre war er
neben seiner aktiven Tätigkeit 2. Vorsitzender des Vereines.

Neue Ehrenmitglieder

Es gab in der Sitzung weitere Ehrungen. Die ehemals aktiven Musiker
Bernhard Booz, Fritz Mahler und Egon Hilpert wurden für ihre
herausragenden Verdienste für den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Karlheinz Kandler wird neuer Vereinsvorsitzender

Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde der Tenorhornist Karlheinz Kandler
und zum 2. Vorsitzenden der Klarinettist Klaus Kaltenbach gewählt.
Am 4. Mai 1986 vertrat der Musikverein die Kurgemeinde bei der
Landesgartenschau in Freiburg und erntete reichlichen Applaus.
Bei der Einweihung des neuen Sportplatzes (Kurt-Hetzel-Waldstadion)
demonstrierte die Trachtenkapelle ihre freundschaftlichen Bindungen zum
Sportverein, wo doch viele Musiker auch Aktive des Sportvereines waren.
Natürlich achtete der neue Vorstand auch darauf, dass das Kameradschaftliche
nicht zu kurz kam und so ging es bereits am 11./12. Oktober 1986 bei einem
Jahresausflug nach Leermoos in Österreich. Gute Unterkunft und Verpflegung
und ein sonniger Abstecher auf die Zugspitze entsprachen dem Geschmack
der Teilnehmer.
Die kirchliche Nähe des Vereines kam am 16. April 1989 durch die
Mitwirkung der Kapelle bei den Feierlichkeiten anlässlich des goldenen
Priesterjubiläum des ehem. Pfarrers Dantes im Kursaal zum Ausdruck. Ließ
Pfarrer Dantes es sich in seinen 1. Amtsjahren in Schluchsee doch nicht
nehmen, mit seiner Trompete selbst „lautstark“ in der Trachtenkapelle
mitzuwirken und freundschaftliche Bande zu den Musikern zu pflegen.
Einen wichtigen offiziellen Anlass hatte die Trachtenkapelle am 6. Mai
1989 im Hetzel-Hotel (jetzt Vierjahreszeiten) zu absolvieren. Musste doch der
Empfang des Premierministers der Republick Kap Verde musikalisch
umrahmt werden.
Am 10. 6. 1989 feierte der Männergesangverein Schluchsee mit einem
festlichen Konzert das 40. Jahr der Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg.
Die Trachtenkapelle durfte natürlich nicht fehlen und beeindruckte besonders
mit dem Stück „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss.
Männergesangverein, Kirchenchor und Musikverein bereiteten den
zahlreichen Zuhörern einen genussvollen musikalischen Abend.

Fünf neue Ehrenmitglieder

Bei der Generalversammlung am 24. Nov. 1989 stand die Ehrung verdienter
Mitglieder im Mittelpunkt. Die langjährigen Aktiven Karl Dober, Walter
Kaiser, Paul Keller, Otmar Rudigier und Peter Zimmermann wurden zu
Ehrenmitgliedern ernannt.
Am 15. Dez. 1989 gab es an
Stelle einer Weihnachtsfeier einen
gemeinsamen Theaterbesuch im
Großen Haus in Freiburg. Die
Oper „Hänsel und Gretel“ von
Humperdinck stand auf dem
Programm. Einen Querschnitt
dieser Oper hatte man doch selbst
im Repertoire. Wollte man die
verschiedenen Sätze doch einmal
im Original hören. Natürlich kam
anschließend die Kameradschaft
nicht zu kurz.