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Chronik 1941-1970 PDF

 


Die Wiedergründung der Musikkapelle im Jahre 1946 mit Emil Faller als Dirigenten

 

Auf Anregung der im Laufe des Jahres 1945 aus Krieg und Gefangenschaft zurückkehrenden Musikkameraden fand am 10. Januar 1946 im Gasthaus Schwörer eine erste Aussprache zur Wiedergründung der Musikkapelle statt. Spontan meldeten sich 13 Interessenten. Wagnermeister Emil Faller, ein Musiker mit Leib und Seele, der auch während des 2. Weltkrieges Jugendliche in der Blasmusik unterwies, übernahm den Dirigentenstab, damit die Musikkapelle am Weißen Sonntag 1946 bereits zum
erstenmal wieder an die Öffentlichkeit treten konnte. Wegen Krankheit musste Dirigent Emil Faller im Dezember 1947 sein Amt zur Verfügung stellen.


Oskar Booz übernimmt für 28 Jahre die musikalische Leitung


Aus den Reihen der aktiven Mitglieder wurde der erste Trompeter Oskar Booz, der viele Jahre einer Militärmusik angehörte, zum Dirigenten gewählt. Eine intensive Aufbauarbeit des Vereins führte unter der bewährten Dirigentschaft von Oskar Booz dazu, dass schließlich wieder eine stattliche Musikerzahl von 25 Mitgliedern vereint war. Die offizielle Wiedergründung des Vereins wurde erst am 30. Mai 1948 nachvollzogen. Die erste Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:

 

1. Vorstand: Bürgermeister Josef Schlachter
2. Vorstand: Metzgermeister Paul Schwörer
Schriftführer: Fritz Kaiser (langjähriger Bassist)
Kassierer: Karl Schuppiser (Tenorhornist)

 

 

Bei der Wiedergründung des „Volksmusikverbandes Hochschwarzwald“ am 8. Mai 1950 erklärte der Musikverein Schluchsee sofort seinen Beitritt. Das erste Musikfest nach dem 2. Weltkrieg wurde am 29. Mai 1950 in Gurtweil besucht. Die von der Gemeinde beschafften Uniformen konnten bei diesem Fest zum erstenmal der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die 100Jahrfeier der Stadtmusik Lenzkirch, verbunden mit dem ersten Verbandsmusikfest „Hochschwarzwald“ am 11. Juni 1951, brachte für die Musikkapelle Schluchsee einen großen musikalischen Erfolg. Beim Wertungsspiel konnte die Kapelle mit der Festouvertüre von Bräutigam einen
hervorragenden ersten Preis erringen.

 

75jähriges Jubiläum im Jahr 1952

 

Unter der rührigen Vorstandschaft und dem Dirigenten Oskar Booz begannen schon rechtzeitig die Vorbereitungen zur Feier des 75. Stiftungsfestes, das am 28. 29. und 30. Juni 1952 gefeiert wurde. Ein Festbankett mit einem erlesenen musikalischen Programm, das die Festansprache von Bürgermeister Josef Schlachter umrahmte, bildete den Auftakt. Am Festzug beteiligten sich 24 Kapellen mit etwa 1000 Musikern, die den Festakt auf dem Dorfplatz bei der Kirche mit Einzelvorträgen und einem mächtigen Gesamtchor zu einer großartigen Feier gestalteten. Dem Jubelverein wurden von allen Seiten herzliche Glückwünsche überbracht.
Stellvertretend für die vielen Gratulanten sei der um den Hochschwarzwald hochverdiente Landrat Mallebrein besonders erwähnt.

 

Der um die Volksmusik im Hochschwarzwald verdiente Ehrendirigent Emil Faller wurde anlässlich des Festaktes für seine 50jährige aktive Tätigkeit mit der goldenen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet. Gleichzeitig wurden die um den Musikverein Schluchsee verdienten ehemals aktiven Musiker Eulog Rogg und Adolf Zimmermann zu Ehrenmitgliedern ernannt. Alles in allem war dieses Jubelfest eine machtvolle Demonstration für die Volksmusik und für die Musikkapelle Schluchsee ein erfreulicher Auftakt zu einer gedeihlichen Aufwärtsentwicklung.

 

1. Reihe, sitzend: Karl Eckert, Augustin Kiefer, Eulog Rogg, Bgm. Josef Schlachter,
Adolf Zimmermann, Karl Schuppiser, Egon Härtenstein
2. Reihe: Oskar Böhler, Josef Rogg, Paul Keller, Franz Killig, Josef Leberer, Fritz
Mahler, Bernhard Booz, Dirigent Oskar Booz, Hermann Schlachter, Fridolin Kaiser
3. Reihe:Ernst Albiez, Bernhard Wissler, Werner Rogg, Egon Hilpert

 

 

 Ehrendirigent Emil Faller, der erst wenige Monate zuvor für seine 50jährige Tätigkeit geehrt werden konnte, verstarb im Oktober 1952. Die Musikkapellen Rothaus und Schluchsee verloren mit ihm einen langjährigen,      hervorragenden Dirigenten, der sich um beide Kapellen besondere Verdienste erworben hatte. Bald darauf, nämlich im Februar 1953, mussten auch die Ehrenmitglieder Adolf Zimmermann und Max Schuppiser, der langjährige Vorsitzende, zur letzten Ruhe begleitet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Bild oben v. l.: Lehrer Wilh. Schneider u. die
Ehrenmitglieder Eulog Rogg, Adolf
Zimmermann u. Emil Faller

 

Bürgermeister Josef Schlachter bat anlässlich der Generalversammlung 1953, ihn von seiner Aufgabe als erster Vereinsvorsitzender zu entbinden. Seine Nachfolge trat Paul Albiez an, der während seiner 9jährigen Vorstandschaft dem Verein entscheidende Impulse gab. Seiner Initiative war es zu verdanken, dass die Gemeinde Schluchsee im Frühjahr 1958 die nicht unerheblichen Kosten für die Anschaffung neuer Trachten übernahm.

 

1961 vor dem alten Rathaus: 1 Konrad Waldvogel, 2 Fritz Mahler, 3 Edmund Nicolas,
4 Dirigent Oskar Booz, 5 Otmar Rudigier, 6 Bernard Booz, 7 Heinz Zolg, 8 Hermann
Schlachter

 

Der Musikverein wichtigster Kulturträger in der Gemeinde


In einer Dorfgemeinschaft ist die Musikkapelle wohl der wichtigste Kulturträger und daraus erwachsen ihr aber auch besondere Verpflichtungen. Wenn man die ausführlichen Aufzeichnungen über die Tätigkeit der Trachtenkapelle Schluchsee an sich vorbeiziehen lässt, muss man ihr bescheinigen, dass sie ihre Aufgabe

ernst genommen und mit viel Hingabe und Idealismus erfüllt hat. Es wurde musiziert bei allen feierlichen Anlässen der Gemeinde, bei den
Festen der hiesigen Vereine, die befreundeten Musikkapellen wurden besucht und an zahlreichen Musikfesten wurde teilgenommen. Besondere Erwähnung
verdient die Beteiligung beim Wertungsspiel am 24. März 1957 in Löffingen. Unter ihrem Dirigenten Oskar Booz konnte die Musikkapelle Schluchsee mit der
Note “sehr gut“ eine hervorragende Plazierung erreichen. Schon bald nach diesem Wertungspiel, an dem sich auch noch der langjährige um den Musikverein Schluchsee besonders verdiente Bassist Fritz Kaiser beteiligt hatte, mussten ihm seine Musikkameraden im November 1957 die letzte Ehre erweisen, nachdem der Tod ihn plötzlich und unerwartet aus der Schar der aktiven Musiker gerissen hatte. Neben seiner aktiven Tätigkeit als Bassist versah er fast 30 Jahre das Amt des Schriftführers innerhalb des Vereins. Ein überaus dankbares Betätigungsfeld findet die Trachtenkapelle in der Mitgestaltung der Kurkonzerte und der vielen sonstigen Veranstaltungen der Kurverwaltung. Sie verlangen zwar von den Musikern nicht nur die möglichst vollzählige Beteiligung an den Darbietungen während der Saison, sondern auch durch die besonders intensive Probenarbeit viel Opfersinn und Hingabe. Aber der reiche Beifall der immer sehr zahlreichen Zuhörer entschädigt immer wieder für alle Mühen. Egon Härtenstein, ein ehemals aktiver Musiker, der von 1962 bis 1964 das Amt des 1. Vorsitzenden bekleidete, wurde 1964 durch Otto
Zumkeller abgelöst, der dem Verein 6 Jahre vorstand. Die Trachtenkapelle hatte auch eine Tanzabteilung.

 

Das Bild nebenan zeigt Augustin Kiefer beim Hereinführen                                 

eines Hammels als Preis bei einem Hammeltanz im Jahr 1964.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Juli 1966 galt es wiederum von einem verdienten Musiker, dem Ehrenmitglied Eulog Rogg, der in hohem Alter verstorben war, Abschied zu nehmen.

Mit außerordentlich großer Hingabe hat sich der aktive Musiker Peter Zimmermann
während seiner Vorstandschaft in den Jahren 1970 bis 1976 um den Verein verdient  gemacht.                                      
Während dieser Jahre ist die Trachtenkapelle Schluchsee bei vielen Anlässen außerhalb der Gemeinde zu einem wichtigen Werbeträger des heilklimatischen Kurortes geworden. Sogar mit einer eigenen Theatergruppe trat man auf.

 

Die Musiker von links: Helmut Steinert,
Peter Zimmermann, Klaus Urban, Egon
Härtenstein, Manfred Schuppiser.
Dahinter die Theatergruppe von links:
Erna Kaiser, Sigurd Kohls, Karl Dober,
Brigitte Dober, Oskar Booz jr., Aloysia
Steinhauer, unbekannt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Die Tanzabteilung 1970 auf dem Stutz. 1 Siegfried Kaiser, 2 Helmut Steinert (Leiter),
3 Bernhard Booz, 4 Klaus Kaltenbach, 5 Klaus Urban, 6 Manfred Schuppiser, 7 Fritz
Mahler, 8 Edmund Nicolas. Die Tanzabteilung wurde 1974 aufgelöst.