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Chronik 1877-1941 PDF


 

 

Die Vereinsgründung am 10. Mai 1923

(vorher Feuerwehrmusik)

 

 

 

 

 

Am Anfang war die Danielsmusik

Schluchseer Wirte, die um die Mitte des letzten Jahrhunderts dem Fremdenverkehr die ersten Impulse gaben, waren auch – in Verbindung mit einigen Bürgern - die treibenden Kräfte, dass im Jahre 1877 eine Blaskapelle gegründet wurde.

Ein musikalischer Gemeindehirte mit dem Vornamen Daniel übernahm die musikalische Leitung und gab der Kapelle auch seinen Namen, sodass die „Danielsmusik“ bald zu einem Begriff geworden ist. Aber bereits nach zwei Jahren ergriff der musikalische Lenker den Wanderstab, um eine Viehherde in Menzenschwand zu hüten. In den folgenden Jahren reduzierte sich die Kapelle auf 9 und schließlich auf 6 Mann, die vom Bassisten Franz Josef Schlachter und Eduard Dilger unterwiesen wurden.

Nach einem allgemeinen Aufruf im Jahre 1888 stellten sich wieder mehr junge Bürger der Musik zur Verfügung, sodass eine auf 12 Mann verstärkte Kapelle unter der Leitung des Spieluhrenfabrikanten Siebler aus Lenzkirch eine sehr erfreuliche Aufwärtsentwicklung verzeichnen konnte. Dieses Zwischenhoch hielt jedoch nur drei Jahre an, weil der Dirigent seine Tätigkeit aufgab, und die Musikkapelle ohne Leitung nur noch als Tanzmusik auftreten konnte.

Der außerordentlich mitgliederstarke und rührige Militärverein verband 1894 die Enthüllung des Kriegerdenkmals mit einem großen Fest. Die vorhandene Tanzmusik in Schluchsee konnte hierzu leider den musikalischen Rahmen nicht geben, so- dass die Musikkapelle aus Bettmaringen beigezogen werden musste.

Nun war der Ehrgeiz der musikliebenden Schluchseer wieder geweckt. Im gleichen Jahr übernahm Wagnermeister Johann Faller und später Hauptlehrer Willmann aus Aha die musikalische Leitung der wieder auf 9 Mann angewachsenen Musikerschar.

 

1902, als der um das Gemeindeleben sehr verdiente Privatmann Richard Siebler zugunsten der Musik und des Gesangs eine Stiftung von 4000 Mark machte, wurde auf Anregung seines Onkels, des Kaufmanns Richard Herrmann, die Musik durch einen weiteren Zugang wieder auf 12 Mann verstärkt. Otto Bernauer hatte 1902 Hauptlehrer Willmann als Dirigent abgelöst und leitete die Kapelle mit Umsicht und Erfolg, bis er im Jahr 1906, völlig unerwartet und ohne jede Vorankündigung, den Dirigentenstab aus der Hand legte und ins Kloster ging.

 

 

1906 übernimmt Hermann Steinert für 33 Jahre das Dirigentenamt

 

 Die seit 1902 der Freiwilligen Feuerwehr angegliederte Musikkapelle führte bis zum Jahre 1923 die Bezeichnung „Feuerwehr-Musik“. Der bei der Musik und der Feuerwehr gleichermaßen rührige spätere Ratschreiber der Gemeinde Schluchsee, Hermann Steinert, wurde 1906 zum Dirigenten gewählt. Nun begann eine hervorragende Aufbauarbeit, die allerdings 1914 durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges jäh unterbrochen wurde. Bereits im ersten Kriegsjahr 1914 mussten alle aktiven Musiker, ohne Ausnahme, ihren Kriegsdienst ableisten, sodass das musikalische Leben völlig zum Erliegen kam. Zwei aktive Musiker kehrten nicht mehr in die Heimat zurück: Der Tambour Ernst Hogg und der Tenorhornist Ernst Isele.

 

Unmittelbar nach Kriegsende sammelten sich im Laufe des Winters 1918/19 die aus dem Felde zurückgekehrten Musiker und spielten unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten Hermann Steinert bereits bei der Fronleichnamsprozession 1919 zum erstenmal wieder.

 

Die inzwischen auf 19 Mann angewachsene Kapelle löste sich von der Feuerwehr und gründete am 10. April 1923 wieder einen eigenen Verein. Malermeister Max Schuppiser wurde erster Vorsitzender und bekleidete dieses Amt bis zum Jahre 1935. Er verstand es, das Vereinsschiff zur vollsten Zufriedenheit der aktiven Musiker und der Musikliebhaber zu lenken.

 

1924 trat der Musikverein dem „Hegau-Musikverband“ und 1925 bei der Neugründung dem Musikverband „Hochschwarzwald“ als Mitglied bei.

 

Einen großen musikalischen Erfolg konnte die Musikkapelle Schluchsee im Jahr 1926 beim 75jährigen Stiftungsfest der Stadtmusik Lenzkirch erringen, indem sie beim Preiswettspiel einen Ehrenpreis zuerkannt bekam.

 

 

Das 50. Vereinsjubiläum vom 18. – 20. Juni 1927

 

Das 50. Vereinsjubiläum wurde am 18./19. und 20. Juni 1927 mit dem zweiten Verbandsmusikfest des Hochschwarzwaldgaues begangen. Das mit

einem Wertungsspiel verbundene Jubiläum, an dem sich 22 Kapellen beteiligt hatten, nahm unter der bewährten Leitung des Vorstandes Max Schuppiser und

des Dirigenten Hermann Steinert einen außerordentlich guten Verlauf, sodass sich in den Folgejahren eine weitere erfreuliche Aufwärtsentwicklung einstellte.

 

 

 

Die Schluchseer Musik beim 50jährigen Jubiläum im Jahr 1927

 

Die aktiven Musiker am 19. Juni 1927:

1 Adolf Zimmermann, Gustav Vogelbacher, Nikolaus Stier, 4 Paul Albiez, 5 Hermann

Steinert, Adolf Kaiser, 7 Eulog Rogg, Emil Faller, 9 Otto Albiez, Oskar Booz, Karl

Bockstaller, Arthur Kaiser, Otto Rogg, 10 Fridolin Kaiser, Johann Schwörer, 14 Vors.

Max Schuppiser

 

Durch eine weitere Verstärkung war die Musikkapelle Schluchsee auf einem so hohen Ausbildungsstand, dass sie am 5. Juni 1933 beim ersten großen

Bundesmusikfest in Freiburg teilnehmen konnte. Wegen seines fortgeschrittenen Alters erklärte der erste Vorstand Max Schuppiser 1935 seinen Rücktritt. Als sein Nachfolger wurde der damalige Bürgermeister Fritz Schlachter gewählt, der auch seinerseits der Musik sehr wohlgesonnen war, zumal durch die zahlreichen Auftritte bei Kurveranstaltungen und Kurkonzerten die Kapelle auch vor dem 2.Weltkrieg bereits außerordentlich stark in Anspruch genommen wurde.

 

 

 

Die Musiker am 11. August 1929:

1 Gustav Vogelbacher, 2 Otto Rogg, 3 Adolf Kaiser, 4 Eulog Rogg, 5 Hermann Steinert,
6 Adolf Zimmermann, 7 Josef Steinert, 8 Karl Bockstaller, 9 Otto Albiez, 10 Fridolin
Kaiser, 11 Nikolaus Stier, 12 Oskar Booz, 13 Ernst Albiez, 14 Johann Schwörer.

 

Einen schweren Schicksalsschlag musste die Musikkapelle am 3. Juli 1939 hinnehmen. Plötzlich und unerwartet starb der seit 1906 ununterbrochen
als Dirigent tätige Ratschreiber Hermann Steinert. Mit seinem Tod hinterließ Dirigent Steinert im Musikverein eine Lücke, die vor dem 2. Weltkrieg nicht mehr geschlossen werden konnte. Die große Persönlichkeit des Dirigenten Hermann Steinert, der mit viel Liebe, Ausdauer und unendlicher Energie stets das Rückgrat der Musikkapelle bildete, wird in der Vereinsgeschichte immer einen besonderen Platz einnehmen.


Der Musikverein im 2. Weltkrieg


Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges im August 1939 fand die Vereinstätigkeit ein jähes Ende. Die meisten Musiker wurden sofort eingezogen,
sodass schließlich die reduzierte Musikerschar im Jahre 1941 ihre Tätigkeit ganz einstellen musste. 5 Musiker kehrten aus dem Felde nicht mehr zurück und durften ihre Schwarzwaldheimat nicht wiedersehen:


Max Hilpert
Josef Morath
Friedrich Rogg
Josef Steinert
Paul Schanz